Sonntag, 14 Oktober 2018

Hallo und einen schönen guten Morgen von irgendwo kurz hinter Dijon.
So, die Nacht war entgegen meiner Erwartungen dann doch ganz gut verlaufen. War irgendwie auch ganz chillig so mehr oder weniger unter freiem Himmel zu schlafen. Immer wenn ich kurz wach geworden bin sah ich einen wunderbar klaren Sternenhimmel über mir. Abgesehen davon, waren auch meine Sachen in Null komma nichts wieder verstaut. Schlafsack zusammenrollen und einpacken, das Gleiche nochmals mit der Isomatte und das war’s.
So bin ich dann auch schon um kurz nach sechs am heutigen Morgen aufgebrochen. Dann wollte ich erstmal irgendwo ein Café finden um noch etwas warmes zu trinken zu bekommen, doch da es Sonntag war, gestaltete sich die Suche danach schwieriger als gedacht. Im ersten Dorf in welchem ich so etwa gegen 7 Uhr eintraf, schien noch niemand auf den Beinen zu sein. Doch bei einem kleinen Cafe tat sich tatsächlich etwas. Jemand von drinnen schloss die Tür auf und trat auf den davor liegenden Platz, wo ich gerade auf einer Bank saß und eine Zigarette rauchte. Konnte ich denn wirklich so ein Glück haben?
Nein, konnte ich nicht. Zwar antwortete der Herr welcher an mir vorbei ging auf meine Frage ob sie heute geöffnet hätten mit ja, allerdings erst ab halb zehn. Das wären dann noch gut zweieinhalb Stunden. In der Zeit würde ich es sicher auch noch bis in eines der nächsten Dörfer geschafft haben und so machte ich mich wieder auf den Weg.
Dieser führte mich heute mitten durch eine nicht Enden wollende Weinanbauregion. Hektar über Hektar nichts als Weinreben. Leider schon alle abgeerntet. Nichts desto trotz fragte ich so ca gegen neun Uhr in einem Supermarkt, welcher gerade öffnete ob hier noch irgendwo die Ernte im gange wäre. War sie nicht. Die Weinernte war seit gut zwei Wochen vorbei. Also lief ich weiter und so ca. eine Stunde später fand ich dann auch tatsächlich ein nettes kleines Café mit einem herrlichen Ausblick über die, na wer weiß es? Richtig, die Weinreben. Nun ja, der Ausblick war echt super und die beiden riesen Schoko Brötchen welche ich dazu genoss standen diesem in nichts nach. Noch dazu kostete ein frisch gebackene Schoko Brötchen hier gerade einmal einen Euro. Der kleine Milchkaffee dazu allerdings geschlagene 2,60 Euro. Zwei Milchkaffee und zwei Schoko Brötchen macht dann 7,60 Euro.
Zwar habe ich noch gut vierzig Euro von dem Geld was ich auf dem Bauernhof verdient habe, allerdings wollen wir ja auch nicht wieder warten, bis gar nichts mehr übrig ist. Ich beschloss den heutigen Tag noch etwas weiterzugehen und die Gegend noch etwas auf mich wirken zu lassen, und ab morgen dann so langsam aber sicher wieder mit der Arbeitssuche zu beginnen. Nicht zuletzt auch wegen meines immerwährenden Stromproblems.
Doch erst einmal weiter. Mein nächstes Ziel war die kleine Stadt Beaune. Ich folgte zunächst der D 122 das sind hier wohl so etwas wie Landstrasen/Bundesstraßen und als diese dann zuende war, setzte ich mich wieder mit meinem Schild an den Straßenrand und versuchte mein Glück. Ab hier waren es noch 28 km bis nach Beaune und somit hatte ich schon so etwa zwölf km Bus hierher zu Fuß zurück gelegt.
Keine Zehn Minuten saß ich dort, als der erste auch schon Anhielt und mich mitnahm. Er war auch im Weingeschäft tätig, allerdings konnten wir uns nicht besonders viel unterhalten, da er eine Sendung bzw. Gesprächsrunde im Radio verfolgte, bei welcher eine Freundin von ihm teilnahm. Es ging anscheinend um die richtige Art des Anbaus. Biologisch, nicht Biologisch. Die Trauben lieber etwas früher ernten oder doch eher später. Ist scheinbar ein großes Thema hier.
Er konnte mich zwar nicht ganz bis nach Beaune mitnehmen, ließ mich dann allerdings direkt am Ortsausgang des nächsten Ortes raus. Wie sich zeigen sollte, eine Super Idee. Denn auch hier wartete ich wenn es hochkommt vielleicht eine viertel Stunde bis der Nächste anhielt. Sein Name war Ahmed und er kam ursprünglich aus Marokko. Offensichtlich war er im Baugewerbe. Jedenfalls seiner Kleidung und den Werkzeugen in seinem Bulli nach zu urteilen. Er nahm mich dann auch den kompletten restlichen Weg bis nach Beaune mit. So war gerade einmal eine Stunde vergangen, seit ich mich das erste Mal heute als Anhalter positioniert hatte. Ich bat ihn noch mich am Besten direkt vor einem Netto oder Lidl abzusetzen und er kam der Bitte auch nach. Ich weiß es ist Sonntag, doch in manchen Orten haben die Geschäfte hier auch Sonntags geöffnet. Das ist von Ort zu Ort unterschiedlich. In Beaune waren sie allerdings geschlossen.
Na denn, man kann ja auch nicht immer Glück haben. Ich nahm mein Handy zur Hand und sah auf der Karte nach wo ich jetzt hinnwollte. Chalon sur Saône sah ganz gut aus. Dies liegt ungefähr auf halber Strecke zwischen Lyon und Dijon. Allerdings war mir nun wieder irgendwie nach Laufen. Nur möglichst nicht wieder an einer Straße wie gestern. Die D18 sah für meine Begriffe ganz gut aus. Zwar machte sie einen kleinen Umweg, doch was soll’s. Ich schnappte meinen Rucksack, schaltete das Handy zwecks akkusparen aus und ging los.
Auch keine schlechte Gegend hier und die gut 30 km konnten sogar machbar sein. Schließlich hatten wir gerade mal halb eins. Wieder ging es von Dorf zu Dorf bis ich irgendwann nach ca. zehn Kilometern an einem schönen See ankam. Ich beschloss eine kleine Rast einzulegen, setzte mich auf einen Stein, machte mir noch eine Zigarette an und nahm noch ein paar Fotos auf. War wirklich schön hier. Ich überlegte schon ob ich vielleicht auch schon hier mein Zelt aufschlagen Sollte, als mir diese Entscheidung abgenommen wurde.
Da waren doch tatsächlich ein paar Regentropfen auf meinen Arm geträufelt. Nun gut, die Entscheidung war nicht schwer. Bevor ich nachher wieder keinen passenden Schlafplatz finde, und im Dunkeln, am besten noch bei Regen hier durch die Pampa latschen würde, baute ich so schnell es ging mein Zelt auf. War auch eine gute Gelegenheit den Bericht von gestern noch zu tippen und gleich hochzuladen. Und da es gerade einmal so gegen 15 Uhr war, hatte ich auch noch genug Zeit den heutigen Bericht auch gleich noch fertigzustellen.
Gesagt, getan. Zuerst etwas das Handy laden und auf geht’s.
Jetzt ist es genau 18:05 Uhr und die Berichte sind fertig. Gleich nur noch hochladen und dann wollen wir den Abend noch in aller Ruhe ausklingen lassen. Das Handy ist voll geladen, die Powerbank ist leer.
Also sollten wir zusehen das wir sie morgen wieder irgendwo geladen bekommen. Am Besten bei einer neuen Arbeitsstätte. Doch dazu morgen mehr, hoffentlich.
Euch allen noch einen schönen Tag und eine gute Nacht, mit den besten Grüßen von irgendwo zwischen Beaune und Charlon sur Saône,
euer europa-blogger.

 

Previous Image
Next Image

info heading

info content

 

PS. Noch ein toller und auch sehr gut und diesen Blog passender Link zu einem Artikel der Taz welchen mein bester Freund, (der seinen Namen aber lieber nicht irgendwo im Internet wiederfinden möchte) mir heute geschickt hat.

http://www.taz.de/!5539998/

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen