Montag, 8. Oktober 2018

Guten Morgen alle miteinander,

So, heute geht es dann wohl wieder an die Kartoffelernte. Es scheint ein wirklich schöner Tag zu werden. Sepp hat mich auch heute wieder verschont und mich nicht geweckt als er so gegen sechs Uhr morgens das erste Mal zu den Kühen gefahren ist um diese zu melken. Allerdings ist es morgens mittlerweile schon recht frisch, um nicht zu sagen kalt. Und ich befürchte, das es Nachts sicher nicht wärmer war. So beschloss ich heute morgen, als ich mit meiner morgendlichen Zigarette auf der Terrasse saß, das ich wohl am Mittwoch weiterreisen werde.
Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Auf der einen Seite freue ich mich schon sehr auf all das was mir noch bevorsteht, auch wenn ich natürlich nicht die geringste Ahnung habe, was das denn wohl sein wird. Auf der anderen Seite, wird es mir sicher nicht ganz leicht fallen, diese wunderbaren Menschen, welche mir mit einer Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die auf diesem unseren Planeten ihresgleichen sucht, wieder hinter mir zu lassen. Auch wenn sie in meinem Herzen sicher immer bei mir sein werden.
Nun aber dann auch genug der Gefühlsduselei. Schließlich bin ich ja auch hier um zu arbeiten.
Also, Sepp traf so gegen neun Uhr morgens, so ziemlich genau als ich meine zweite Zigarette geraucht habe, wieder am Haus ein. Wir gingen kurz zu den Tieren um ihnen ein wenig zu Fressen zu geben und als wir wiederkamen, war auch schon seine Tochter eingetroffen, und brachte mir ein neues Päckchen Tabak. Sepp hatte mich auch schon so um acht Uhr einmal angerufen um zu fragen welche Marke ich rauchen würde. Ich sagte am liebsten Pueblo, und wenn sie den nicht hätten, dann am besten Van Nelle Tabak.
Sepp’s Tochter reichte mir das Päckchen van nelle und ich nahm es dankend entgegen. Auf meine Frage, was sie dafür von mir bekommen würde, antwortete Sepp nur: „Las mal, ich mach das schon.“ Ich bedankte mich nochmals und dann ging es erstmal ans Frühstück. Der Tisch war wieder einmal reichlich gedeckt. Es gab Brot, Käse und Salami, dazu noch eine Pfanne Rührei mit Schinken und natürlich Kaffee und Tee.
So konnte der Tag beginnen. Draußen kündigte sich durch die Sonne, welche gerade über den Ort aufging ein wunderbarer Tag an. Allerdings sagte Sepp’s Sohn schon beim Frühstück, das die Achse der Kartoffelerntemaschine gebrochen sei, und diese auch so ohne weiteres nicht wieder zu reparieren wäre. Dies warf uns in der Zeit dann doch etwas zurück. Auch wenn weder Sepp noch ich eine Uhr bei uns trugen.
So fuhren wir also zunächst mit dem Quad zum Kuhstall um dort den Trecker abzuholen. Dann mit dem Trecker zu einem Bekannten von Sepp, um eine andere, eine neue wäre nun wirklich zu viel gesagt denn das Gerät hatte wahrlich Museums Charakter, Kartoffelernte Maschine zu besorgen. Nach einem kurzen Check, wie das Gerät denn nun zusammenzubauen und in Betrieb zu nehmen sei, ging es, mit dem Trecker und der Erntemaschine im Schlepptau wieder zurück in Richtung des Feldes auf welchem wir vorgestern schon die Kartoffeln geerntet hatten.
Wir machten uns sofort an die Arbeit, und nach etwa zwei, zweieinhalb Stunden, es war so gegen Mittag, waren dann auch restlos alle Kartoffeln abgeerntet. Der Hänger hinter dem Quad war zu etwa drei Viertel mit Kartoffeln gefüllt, doch für landwirtschaftliche Verhältnisse war das dann doch eher Sepps Hobby.
Nun galt es die Ernte zum Stall zu bringen. Da Sepp nun einmal nicht zwei Fahrzeuge gleichzeitig fahren konnte, durfte ich heute, wieder einmal zum ersten Mal in meinem Leben, den Trecker fahren. Sepp machte mit meinem Handy ein Video davon und sagte: „Jetzt hast du wieder etwas für deinen Blog.“ Ich fuhr den Traktor bis vor das Eisentor vor dem Kuhstall, nur über Feld und Wiesen, und stellte ihn dort ab.
Als dies erledigt war, übernahm Sepp wieder das Steuer und wir fuhren zu seinem Bekannten zurück, um das geliehene Gerät (Museumsstück) wieder zurückzubringen. Danach ging es wieder zurück zum Haus zum Mittagessen. Es gab Kartoffeln, Rotkohl und dazu Fleisch und Knackwürstchen. Wieder einmal ein wirklich leckeres Essen.
Gut gestärkt ging es dann auch direkt wieder zum Stall. Dort wartete nämlich auch schon die nächste Aufgabe auf uns. Das Spalten des Holzes stand an. Dies gestaltete sich derart, daß Sepp mit der Kettensäge die dort liegenden Baumstämme bis auf eine gewisse Länge zurechtsägte, und ich diese Stücke dann mit einer hydraulischen Spaltmaschine weiter zerteilte.
Bis so etwa gegen Fünf Uhr zerteilte Sepp die Baumstämme. Dann ließ er mich mit dem Haufen Holz alleine und kümmerte sich mit seinem Sohn um die Kühe und die restlichen Aufgaben, welch noch so am Hof zu erledigen waren. Ich zerteilte derweil munter weiter die abgesägten Baumstämme, bzw. deren zurechtsägte Stücke in handliche, kamingerechte Stücke.
Die Arbeit machte wirklich Spaß, auch wenn sie, gerade wenn es Stücke mit vielen Ästen waren, nicht unbedingt leicht von der Hand ging. Manche der Stücke waren auch wirklich schwer und es war wirklich nicht gerade leichte körperliche Arbeit, auch wenn natürlich das meiste davon die Maschine machte. Nicht auszudenken was für eine Maloche das sein musste, wenn man dies tatsächlich mit einer Axt oder dergleichen zu bewältigen hatte. Nichts desto trotz, für jemanden der die vergangenen anderthalb Jahre nur vor einem Rechner gesessen hatte, war das schon eine gewisse Unstellung, auch wenn ich durchaus auch zuvor schon des Öfteren körperlich gearbeitet habe.
Jedenfalls war es mal wirklich wieder schön zu sehen, was man den Tag so vollbracht hatte, als Sepp dann so gegen sieben Uhr Abends die Maschine abschaltet und ich zunächst völlig verdattert davor saß, und mich fragte warum dieses verdammte Ding denn jetzt auf einmal nicht mehr weitermachen wollte.
Daraufhin, nachdem Sepp sich köstlich über meinen Gesichtsausdruck amüsiert hatte, fuhren wir wieder zurück zum Haus, fütterten noch kurz die Tiere dort und setzten uns dann an den Küchentisch zum Abendbrot. Dazu tranken wir noch jeder zwei Flaschen bestes belgische Bier (ich könnte glatt ein Fan davon werden) und unterhielten uns noch bis so in etwa gegen neun Uhr.
Daraufhin ging ich noch eine Zigarette rauchen. Unterdessen war Karla, Sepps Frau auch wieder im Haus eingetroffen. Ich verabschiedete mich, wir wünschten uns noch eine gute Nacht und ich machte mich daran diesen heutigen Tagebucheintrag noch kurz fertig zu tippen.
Mittlerweile ist es zwanzig nach zehn und ich hoffe das ich gleich noch ein bisschen schnelles mobiles Internet habe um noch die angefangene Folge meiner Serie weiterzusehen und dann schön durchzuschlafen bis morgen Früh.

Ich für meinen Teil freue mich jedenfalls schon wieder auf den neuen Tag und wünsche euch allen noch eine wundervolle Nacht und dann bis morgen.

 

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Wieder einmal mit den besten Grüßen aus einem schönen Ort in Belgien😉,

euer europa-blogger

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