Mittwoch, 3. Oktober 2018

So, heute ging dann aber wirklich los. Genau um 10:11 Uhr morgens, nachdem ich beinahe noch mein Handy vergessen hätte. Die ersten paar Kilometer bis zur Tankstelle an der Detmolder Straße waren dann auch schnell vollbracht, und so nahm ich einen meiner Pappkartons, welche ich mir schon vor ein paar Tagen im Combi Markt erschnorrt hatte, nahm meinen Kuli, und legte los. Dortmund wollte ich schreiben und nach dem Dort verließ mich dann mein Kugelschreiber. Gott sei Dank waren direkt vor Ort zwei Tankstellen und eine Verkäuferin lieh mir einen Edding mit welchem ich mein Werk vollenden konnte. So ca gegen 11:15 Uhr, kurz nachdem mein Bruder mich noch dort besucht und mir noch zwei Schachteln Kippen mit auf den Weg gegeben hatte, hielt dann auch schon der Erste und nahm mich mit.
In einer fetten S-klasse. Bisher hatte ich eher die Erfahrung gemacht, dass Leute mit Geld und großen Autos eher keine Tramper mitnehmen. Doch dieser hier schon. Er hatte heute frei und wollte ein paar alte Freunde in Dortmund besuchen. Ich erzählte ihm von meinem Vorhaben, dass ich danach erstmal weiter in Richtung Frankreich wollte und er suchte gleich über das Navi einen Rast/ Parkplatz von dem aus ich Chancen hätte in Richtung Köln Aachen mitgenommen zu werden. Eine gute halbe Std später war dann auch der Parkplatz Brunsberg einige km vorm Autobahnkreuz erreicht.
Doch von da aus lief es dann eher schleppend. Diese Zeilen schreibe ich um ca 13:45 Uhr und somit warte ich nun schon so ca. 1 ½ Stunden. Meine bisher längste Wartezeit doch wie ihr seht nutze ich die Zeit weiße und schreibe euch diese Zeilen. Nun wollen wir mal hoffen das es gleich weitergeht. Mehr dann heute Abend.
Sieht ganz so aus als würde ich heute kein Glück haben.

Na ja, so gegen viertel vor vier hat jm mir angeboten mich bis nach Gelsenkirchen mitzunehmen. Dummerweise habe ich abgelehnt, da das von hier aus nicht wirklich in Richtung Köln bzw. Aachen führt. Im Nachhinein betrachtet wäre es aber immerhin ein Schritt weiter in Richtung Belgien /Frankreich gewesen. Nun ja, was solls. Hätte, könnte, würde. Warten wir einfach mal was der Tag noch so bringt. Vielleicht war es ja auch die richtige Entscheidung und hier taucht gleich jm. Auf der mich bis Köln, Aachen oder direkt bis nach Frankreich oder Belgien mitnimmt.
Und? Was hab ich gesagt? Kaum eine halbe Stunde nachdem ich den hierüber stehenden Absatz geschrieben habe, hielt auch schon der Nächste. Zwar konnte auch er mich nicht wirklich weit mitnehmen, allerdings war mir zu diesem Zeitpunkt alles recht um von dem viel zu kleinen Autobahnparkplatz, auf welchem ich nun schon viel zu lange stand herunterzukommen. Ich stieg ein und vielleicht zehn bis zwanzig Kilometer später, am Rasthof Rhynern, stieg ich wieder aus. Der nette Mann der mich mitnahm wollte nach Siegen und war aus privaten Gründen in Berlin gewesen. Zu meinem Glück. Ich erzählte ihm noch kurz von meinem Vorhaben, er wünschte mir noch eine gute Reise und viel Erfolg und dann trennten sich unsere Wege auch schon wieder.
Der neue Rasthof war ne ganz andere Nummer. Hier gab es absolut alles. Zuerst ging ich in das angeschlossene MC Donalds und nahm zwei Chicken Burger für rund 3 Euro. Dann ging ich, um nicht noch weiter den Verlockungen des Konsums zu verfallen, direkt weiter zur Wiederauffahrt zur Autobahn.
Mittlerweile war es wohl so gegen halb fünf . Ich wartete gut eine Stunde, doch niemand wollte oder konnte mich in Richtung Köln/Aachen, wie es auf meinem Pappschild stand mitnehmen. Viele von den Leuten in den Autos welche an mir vorbeifuhren waren in voller Dortmund Montur gekleidet. Die spielten in ca 3 Std gegen Monaco. Wie dem auch sei, nachdem ich gut eine Std dort gewartet hatte, mittlerweile war es so in etwa halb sechs, machte ich mir Gedanken was ich tun würde, wenn innerhalb der nächsten, sagen wir mal anderthalb Stunden, auch niemand anhalten würde.
Vor dem Rastplatz, so daß man es zu Fuß hätte erreichen können ohne auf die Autobahn marschieren zu müssen, lag eine sehr gut gepflegte Wiese, bzw. man konnte fast sagen ein kleiner Park, welcher mir beim vorbeifahren zuvor aufgefallen war. Dieser wurde dann im Fall der Fälle heute mein Nachtquartier werden.
Doch so weit kam es dann doch nicht. Wieder einmal hatte ich Glück und so ziemlich genau um viertel vor sieben hielt ein etwas älteres Ehepaar, beide nach meiner Einschätzung so in den fünfziger, und sagten das sie mich bis nach Köln mitnehmen könnten. Ich nahm dankend an und stieg ein. Die Fahrt dauerte so ziemlich genau bis sieben Uhr und so hatten wir einige Zeit uns etwas kennenzulernen. Ich erzählte von meinem Vorhaben, woher ich komme, was ich vorhatte und sie stellten ein paar kurze Fragen. Ob es nicht gefährlich sei, wie das mit dem Zelt gehe und ob man denn einfach so überall zelten dürfte. Dann erzählte die Frau mir von ihren Söhnen und irgendwie kamen wir schließlich auf das Thema Bildung zu sprechen. Genauer gesagt, auf die Unart, den Schülern das Schreiben nach Gehör beizubringen. Wir waren uns ziemlich schnell darüber einig, daß der Vollpfosten welcher das verbrochen hatte, eigentlich allen Schülern ab der dritten Klasse, wenn sie denn dort dann richtig schreiben lernen müssen, ihnen dieses beibringen müsste.
Dann waren wir auch schon angekommen. Die beiden ließen mich direkt hinter der Abfahrt raus und sagten mir noch in welche Richtung es zur nächsten Tankstelle ging. War kein großes Ding. Ca 10 Minuten später war ich dort. Ich nahm eine heiße Schokolade für 2,50 Euro und setzte mich draußen hin. Gerade hatte ich meinen Rucksack abgestellt, sah ich auf dem Stuhl auf welchen ich mich gerade setzen wollte 1,10 Euro liegen. Super, so hatte mich mein Kakao dann nur ein Euro vierzig gekostet.
Das Beste aber war, das direkt hinter mir laut Google maps ein Naturschutzgebiete lag und die Autobahn Auffahrt in Richtung Aachen direkt vor mir. Ich trank meinen kakao und machte mich auf den Weg einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Keine zehn Minuten später war dieser gefunden, und er hätte nicht besser sein können. Ich baute mein Zelt auf und legte mich entspannt davor. Es war ein so schöner Abend das ich beschloss die Nacht unter freiem Himmel zu verbringen. Zuerst nur mit Jacke und Hose, später tauschte ich dann aber doch die Jacke gegen meinen Schlafsack. Was wie sich in der Nacht herausstellte eine sehr gute Idee war. Es wurde verdammt nochmal schweinekalt. Nichts desto trotz war es eine wunderschöne Nacht unter einem noch viel schöneren klaren Sternenhimmel. Das Hotel, welches neben der Tankstelle war würde sicher nicht unter sechzig Euro die Nacht einen Platz haben und ich dachte nur, nicht mal wenn sie mir sechzig Euro zahlen würden, würde ich tauschen.
Dies war dann also der erste Tag meiner Reise und ich denke ich kann ihn als vollen Erfolg verbuchen. Morgen geht es dann weiter in Richtung Aachen. Hoffen wir mal das dies genauso gut gelingt.

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Von meiner Seite aus noch eine gute Nacht und dann bis morgen,
mit den besten Grüßen aus Köln
Euer Europa Blogger.

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  1. weiß nicht, ob du den Kommentar lesen kannst – weiterhin viel Glück!

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