Mittwoch, 17. Oktober 2018

Hallo und bonjour an alle meine treuen Leser.
So, heute morgen ging es dann auch gleich um kurz nach acht weiter. Gerade als ich mein Zelt abgebaut hatte, fuhr ein Bauer mit seinem Trecker direkt auf dem Weg vor mir entlang. Ich stoppte ihn kurzerhand, erzählte wer ich war und was ich vorhatte und fragte dann ob es nicht vielleicht bei ihm einen Job für mich gäbe. Doch auch hier wieder das selbe Lied wie schon am Tag zuvor. Zu spät. Nun ja, kann man nichts machen. Ist halt einfach die falsche Zeit. Aber etwas demotivierend ist es dann schon. Nichts desto trotz nahm ich mein Handy zur Hand, startete die Navigation und machte mich auf den Weg. Eine dreiviertel Stunde ging es dann nur durch Wanderwege durch den Wald. Ich sah nochmal nach und stellte fest, daß es bis zu meinem Zielort anscheinend die ganze Zeit so weitergehen würde.
Nein, das könnte so nichts werden. Ich musste einen neuen Plan fassen. Ich beendete die aktuelle Navigation und suchte den nächsten Ort. Der war etwa 7 km, also etwas über eine Stunde entfernt. Ich startete eine neue Route und machte mich auf den Weg.
Mein neues Ziel hieß nun also Pontcharra-sur-Turdine. Dort traf ich etwa gegen 10:00 Uhr ein. Im Rathaus fragte ich nun erstmal nach einer Jugendherberge oder etwas ähnlichem da ich langsam aber sicher wirklich mal eine Dusche gebrauchen könnte. Man verwies mich an den kleinen Ort Saint Loup wo es ein so genanntes Gite geben sollte. Der Ort war nur eine dreiviertel Stunde Fußmarsch entfernt und so machte ich mich auf den Weg. Ach ja, zuvor hatte ich doch noch in einem kleinen Café einen schwarzen Tee und einen großen Café au lait getrunken für 4,40 €. Dann ging es also wieder weiter durch die Berge. So langsam fing ich an diese Gegend mehr und mehr zu hassen. Nur kleine pissdörfer, in denen es absolut nichts sehenswertes gibt ausser vielleicht mal eine ganz angenehme Aussicht. Aber kennst du eins, kennst du alle. Und sonst nur mal ein Rathaus, eine Bar Tabak, eine Kirche und ein paar kleine Häuser. Ist wirklich absolut nichts für mich hier. Ich beschloss in die herberge oder was auch immer dieses Gite sein sollte zu gehen, meine Sachen zu waschen, mich zu duschen, alle meine Geräte aufzuladen und dann nichts wie weg hier. Arbeit würde ich hier wohl eh nicht finden und somit ist es hier einfach nur teuer.
Gut eine dreiviertel Stunde später war ich dann auch dort. Allerdings gab es dort nur einen Platz, anscheinend eine Art Ferienwohnung und die war bereits von einer Familie besetzt. Ich hatte zwar im Rathaus gesagt das es nicht zu teuer sei sollte also auch kein Campingplatz oder so etwas und die Alte vom Amt schickte mich hier hin. Ich sah auf meinem Handy nach ob ich dieses Ding finden würde und was das kosten sollte ich fand es tatsächlich. 270 € pro Woche. Und dafür war ich den ganzen Weg hier hoch gelaufen. Wieder verfluchte ich diese gottverdammte Gegend hier und suchte auf meinem Navi die nächste Auffahrt zur A 87, welche in Richtung Clermant-ferant, Bordeaux führte. Dort würde ich mir dann ein nettes Plätzchen suchen und ab morgen wieder mein Glück als Anhalter versuchen.
Zunächst einmal führte mich der Weg wieder den ganzen Berg, welchen ich zuvor hinaufgeklettert war wieder herunter. Echt super für die Knie. Dann ein ganzes Stück entlang der N7, wo ich auf dem Weg in einen großen Supermarkt ging um meinen Proviant aufzufüllen. Als das erledigt war und mein Rucksack bestimmt nochmal gut drei Kilo schwerer war, machte ich eine kurze Rast und aß zwei Schoko Brötchen, ein halbes Baguette und ein Stück original französischen Edamer Käse, welchen ich im Supermarkt gekauft hatte. Dazu gab es einen halben Liter Kakao.
Dann ging es wieder weiter an der N7 entlang. Ich passierte das Dorf Tarare, und danach war es dann auch fast schon geschafft. Noch ein kleines Stückchen, vielleicht ein oder auch zwei km weiter war dann die Auffahrt zur A 87. Zu meinem Glück befand sich direkt dort auch ein kleiner Parkplatz, welcher wohl für Wanderer gedacht war. Ich machte zunächst eine kurze Rast und sah mich nach einem geeigneten Platz für mein Zelt um. Und wie es der Zufall so wollte fand ich auch gleich einen. Obwohl es erst kurz nach drei war, beschloss ich heute den Tag hier ausklingen zu lassen und dann morgen wieder mein Glück zu versuchen. Wie gesagt, die Arbeitssuche ist vorerst eingestellt, ich habe sogar schon die ersten zehn Euro von meiner Reserve ausgegeben, aber was soll ich machen. Hier sehe ich wirklich keine Chance etwas zu finden. Und abgesehen davon, möchte ich hier ehrlich gesagt nicht mal tot über’m Zaun hängen wie man so schön sagt.
Also, ab morgen geht’s dann auf in Richtung Atlantik. Hoffentlich habe ich dort Meer 😉 Glück.
Mit den besten Grüßen von kurz hinter Tarare,
Euer europa-blogger

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