Freitag, 5. Oktober 2018

So, da wären wir wieder. War diesmal eine nicht ganz so dolle Nacht. Da mein improvisierter Zeltplatz von gestern leicht uneben war, rutschte ich mit meinem Schlafsack immer leicht in eine Richtung und somit, da sich auch die sonstige Schlafposition als nicht sehr glücklich herausgestellt hatte, wurde ich spätestens alle zwei Stunden wieder wach. Na ja, war mir allerdings auch vorher schon klar, dass ich nicht immer so viel Glück mit meinem Nachtlager haben würde wie in der ersten Nacht.
Morgens, ich würde sagen es war so gegen viertel vor sieben, wachte ich dann auch noch mit leichten Kopfschmerzen auf. Der Tag begann also schon mal nicht so pralle. Nachdem ich mich dann zuerst dem Zähneputzen und einer wirklich nur oberflächlichen Katzenwäsche widmete, stand wieder einmal der Zeltabbau an. Nicht nur das sich in meinem Zelt über Nacht eine Menge Kondensfeuchtigkeit gebildet hatte, welche ich in Ermangelung eines Lappens oder Geschirtuchs auch nicht entfernen konnte, nein, zu allem Überfluss war die einzig halbwegs passable Stelle zum zeltaufbau auch noch ohne Grasbewuchs, sprich Erde.
Dies hatte zur Folge, daß mein Zelt nun nicht nur innen feucht, sondern auch noch außen dreckig war. Ich wischte den gröbsten Dreck mit meine Händen ab und verstaut alles so ordentlich es nur ging. Mit meinem letzten Wasser wusch ich mir die Hände und machte mich wieder auf den Weg.
Zunächst war mein Ziel für heute erstmal die Stadt Eupen. Allerdings galt es zuvor noch zwei wichtige Telefonate zu führen. Das erste mit meinem Bruder, der heute Geburtstag hat. Er freute sich sehr über meinen Anruf und wir quatschten so gut 20-25 Minuten. Das zweite wichtige Telefonat galt dann meinem Mobielfunkanbieter (1&1). Ich musste wissen wie das denn nun mit meinem Datentarif im Ausland (EU) aussieht. Bisher ging ich davon aus, dass mein Datenvolumen im Ausland 1 GB / Monat Betrug. Doch während unseres kurzen doch sehr freundlichen Gesprächs wurde ich darüber aufgeklärt, daß ich auch im EU-Ausland das volle Datenvolumen meines Vertrags (10 GB) nutzen konnte. Das war doch mal eine wirklich gute Neuigkeit. Nach einem weiteren Kaffee, die Telefonate führte ich von der Terrasse einer kleinen Konditorei aus, machte ich mich also guter Dinge wieder auf in Richtung Eupen.
Bis dahin waren es noch so 10-12 km somit dürfte ich so spätestens gegen Mittag dort eintreffen. Die paar Kilometer würde ich erstmal wieder zu Fuß und nicht per Anhalter abreißen. Auf dem Weg passierte nicht wirklich viel, allerdings hatte ich mir schon in der Nacht ein paar Gedanken dazu gemacht, wie bzw. womit ich denn evtl in den nächsten Tagen ein bisschen Geld verdienen kann. Was mir dabei so durch den Kopf ging waren verschiedene Alternativen. Eine Möglichkeit war sicher in Hotels oder auch Restaurants nachzufragen. Wobei Restaurants m. E. nach wohl eher schwierig werden dürften, da ich wohl kaum davor zelten bzw. mich dort irgendwo duschen/waschen können würde. Abgesehen davon bräuchte ich auch irgendwann in den nächsten Tagen mal die Gelegenheit, den Akku meines Handys und die Powerbank wieder aufzuladen. Sonst ist wohl spätestens Sonntag oder Montag Schluss mit Tagebuchschreiben und Google maps.
Wie dem auch sei, das stand ab heute ganz oben auf meiner Agenda. Gegen halb zwölf war ich dann auch in Eupen. Ach ja, das hatte ich beinahe ganz vergessen. Als ich in der Konditorei saß unternahm ich auch den Versuch meinen Tagebucheintrag von Mittwoch mittels meiner WordPress App hochzuladen. Ich kopierte also den Text aus Word und fügte ihn dort ein. Dann korrigierte ich noch schnell die gröbsten Schnitzer und drückte auf veröffentlichen. Ich schloss die WordPress App und öffnete Google Chrome. Und siehe da, der Eintrag war hochgeladen. Na das klappte dann ja auch schon mal bestens.
Gegen ca halb zwölf war ich also in Eupen. Da meine Kopfschmerzen immer noch da waren (vermutlich weil ich zu wenig trinke) suchte ich zunächst einen Laden um mir Verpflegung zu kaufen. Fast ganz im Zentrum angekommen war ein Supermarkt gefunden und ich kaufte ein Baguette, einen halben Liter Kakao und noch 1,25 Liter Mineralwasser für beinahe 4 Euro. Mit meinem Lunchpaket machte ich mich weiter auf Richtung Zentrum, suchte mir einen gemütlichen und halbwegs ruhigen Park und begann mein verspätetes Frühstück. Auf meinem Handy sah ich das jm einen Kommentar gepostet hatte und vermutete, da dies in den vergangenen Tagen schon öfter vorgekommen war, das es sich dabei sicher wieder um Spam handeln würde. Doch diesmal nicht, meine Mama hatte einen Kommentar unter dem Tagebucheintrag vom Mittwoch, welchen ich heute morgen erst hochgeladen hatte hinterlassen. Ich gab ihn natürlich frei und rief sie auch gleich nochmal an.
Dann genoss ich erstmal mein Frühstück, tippte diesen Teil des heutigen Tagebucheintrags und machte dann noch ein wenig Pause. Als ich diese Zeilen hier schreibe haben wir es genau 13:13 Uhr und ich werde sicher noch eine Stunde hier verweilen. Heute Abend dann mehr.

Nun gut, war dann doch ein wenig mehr als noch eine Stunde. Direkt nach meinem kleinen Frühstück im Park schaltete ich mein Handy aus, nahm meine fast leere Wasserflasche und versuchte mein Glück bei dem schon etwas in die Jahre gekommenen Herrn welcher die Minigolfanlage direkt vor mir betrieb. Ich fragte nett ob er mir die Wasserflasche einmal voll machen und ob ich vielleicht auch noch mein Handy bei ihm aufladen könne. War kein Problem. Er füllte zuerst die Flasche bis an den Rand und schloss dann auch gleich darauf mein Ladegerät an die Steckdose an. War auch höchste Zeit. Der ladestand sagte schon wieder nur 44 % an. Gut eine Stunde später, so in etwa gegen fünf vor halb drei entsorgte ich dann noch meinen Müll, bat freundlich um die Wiedergabe meines Handys und schaltete es ein um meinen weiteren Weg zu planen.
Malmedy – > St. Vith – > Luxemburg – > Metz – > Nancy. Das würde zunächst mal meine Reiserute für die nächsten Tage sein. Mal schauen, wenn ich das bis sagen wir mal Anfang nächster Woche schaffe, wäre das denke ich gar nicht mal so übel. Doch zunächst mal musste ich natürlich wieder einmal aus Eupen heraus. Die gute Nachricht, zwischen Eupen und Malmedy bzw, teils sogar bis nach St. Vith kommt erstmal ein ziemlich großes Naturschutzgebiet. Sobald ich aus der Stadt heraus war, sah ich mich nach einem geeigneten Platz für die Nacht um. Nicht das dieser Tag auch wieder so endet wie der vorige. Hatte ich heute wirklich keinen Bock mehr drauf. Nach nicht mal einer Stunde sah ich das Ortsausgangsschild und sah mich sofort um. Keine zehn Minuten später erschien auf der rechten (also auf meiner) Fahrbahnseite dann auch schon ein Waldweg. Ich beachtete die Hinweisschilder bezüglich der bevorstehenden Treibjagden, keine Gefahr, geht erst in knapp zwei Wochen los und ging dann ein Stück weiter in den Wald hinein. Nach gut 150-200 Metern sah ich dann auch einen recht gut anmutenden kleinen Platz. Keine Erde, saftiges Gras, vielleicht wieder etwas uneben. Aber wir sind hier ja schließlich auch im Wald und nicht auf nem 4 Sterne Campingplatz.
Noch deutlicher wurde mir diese Tatsache als ich eine gute halbe Stunde dort auf meinem Rucksack saß. Denn während ich diese Zeilen hier schreibe, knackt und Raschelt es ganz gewaltig im Unterholz um mich herum. Ich denke ein paar Salven mit ner ordentlichen Schrotflinte und meinem Festtagsmahl dürfte nicht mehr viel im Wege stehen. Da ich eine solche aber nicht besitze sondern lediglich mein kleines Walther Taschenmesser, wollen wir mal hoffen das es sich um Rehe und nicht um Wildschweine handelt.
So denn, wünscht mir Glück, heute machen wir mal etwas eher Feierabend. Es ist gerade 15:58 Uhr und ich lade jetzt noch den Bericht von gestern und von heute auf den Blog hoch und werde dann so langsam mein Nachtlager aufschlagen und das Handy wieder ausschalten. Akku sparen ist angesagt.

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Euch und mir noch eine gute Nacht, Bruderherz feier noch ordentlich deinen Geburtstag und trink einen für mich mit.

Mit den besten Grüßen aus dem Naturschutzgebiet kurz hinter Eupen,

euer europa-blogger.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Liest sich sehr gut 🙂 wünsche dir weiterhin viel Glück und lass dich nicht unter kriegen.

    1. Dank dir. Lass mich sicher nicht unterkriegen. Was ist das eigentlich? 😁. Versuch gerade nen Job übers we oder auch gerne etwas länger zu finden. Wunsch mir Glück. Bis dann, André.

  2. Junge bleib wie du bist und versorg uns weiter mit deinen Stories macht echt Bock zu Lesen 🙂 vllt mal das ein oder andere Bild wäre cool 🙂

    Liebe Grüße

    Rene

  3. Bruderherz du machst das sehr gut. Dein Wunsch war mir Befehl, heute geht’s nur trotzdem gut. Weiter so, ich freu mich über jeden neuen Beitrag.

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