Dienstag, 23. Oktober 2018

Hallo und Bonjour aus dem Wald unweit von Tulle.
Na das war dann mal keine besonders gute Nacht. Der Untergrund war relativ uneben und auch zu nicht unwesentlichen Teilen von Steinen übersät. Und das obwohl ich mir schon recht viel Mühe gemacht hatte, alles einigermaßen ordentlich herzurichten. Nun denn, was soll’s. Schließlich will ich hier ja auch nicht auf Dauer einziehen. Als ich also so gegen sieben aufstand, war es natürlich noch viel zu Dunkel um meinen Kram zu packen. Also drehte ich mir zuerst eine Zigarette, von dem günstigen Tabak, welchen ich am Wochenende in Balbigny gekauft hatte. Nun ja, zumindest versuchte ich es. Denn das was ich da für 5,90 Euro erstanden hatte, war nicht wirklich Tabak. Das war wirklich der letzte Dreck. Und so leid es mir um das Geld tat, welches ich dafür bezahlt hatte, damit wurde ich nicht weitermachen. Also wieder nochmal Geld ausgeben um dann diesmal richtigen Tabak zu kaufen.
So gegen acht war es dann auch langsam hell genug und ich konnte damit beginnen meinen Kram zusammenzupacken und mich dann langsam aber sicher auf den Weg zu machen. Da ich mir in den letzten Tagen mit meinen Wanderschuhen die Hacken aufgerieben hatte, ging es ab hier dann wieder in den Sneakern weiter. Die anderen Schuhe hängte ich wieder an den Rucksack.
Doch da nerven sie mich eigentlich schon von Beginn an. Sie baumeln ständig hin und her und zudem zogen sie den Rucksack dermaßen nach hinten, das er sich gleich nochmal ein paar Kilo schwerer anfühlte. Zudem ging es die ersten 5 km auch wieder nur Bergauf und bergab durch die Stadt Tulle. Ich bin wirklich kein großer Freund davon, Ausrüstungsgegenstände wegzuwerfen, da man dies im Allgemeinen irgendwann später bereut. Doch ich glaube heute ist es dann doch soweit und ich werde mich von den Jack Wolfskin Schuhen verabschieden. Sie gehen mir einfach nur bei jedem Meter auf die Nerven. Egal ob ich sie an habe oder ob sie am Rucksack hängen.
Nun denn, in den Sneakern lief es sich dann doch ganz gut und so kam ich so ziemlich genau um zehn Uhr an einem großen E.Leclerc, einer großen Supermarkt Kette in Frankreich, an. Dort gab es sogar ein Kaffee und ich bestellte einen großen Café au lait. Ich bekam einen wirklich großen Pott Kaffee und konnte hier sogar etwas meine Powerbank aufladen. Da dies wieder eine Weile dauerte, bestellte ich noch einen Pott Kaffee und dazu gleich noch zwei Schoko Brötchen. Die Dame an der Kasse fragte mich ob ich denn nicht lieber drei Schoko Brötchen haben wolle, da dies im Angebot nur zwei Euro kosten würde. Zwei Schoko Brötchen hingegen würden mich 2,40 Euro kosten. Ich nahm natürlich die drei, setzte mich, tippte schon mal den ersten Teil des heutigen Berichts und lud gleich noch etwas meine Geräte auf. Zudem liegt der Supermarkt noch ziemlich genau an der D 1089, auf welcher ich auch heute noch ein ganzes Stück weiter muß. Hoffentlich klappt das heute auch wieder so gut wie gestern und wir kommen möglichst nah an Bordeaux heran. Heute Abend dann mehr.
Nun denn, bis nach Bordeaux hat es dann doch nicht ganz gereicht. Nicht einmal bis nach Perigueux. Doch wenigstens sieht es langsam wirklich danach aus, al wenn es sich mit den Bergen dann auch bald erledigt hätte. Ach ja, meine Schuhe habe ich übrigens nicht weggeworfen. Zumindest noch nicht. Allerdings habe ich sie nun etwas besser an meinem Rucksack befestigt, so daß zumindest die verdammte Baumelei halbwegs unter Kontrolle ist.
Wie dem auch sei, nachdem meine Geräte so gegen Mittag wieder zu guten Teilen geladen waren, ging es dann auch gleich weiter. Zuvor fragte ich allerdings noch sowohl im E. Leclerc als auch im benachbarten Netto, nach Arbeit. Jedoch leider ohne Erfolg. Ich sollte einen Lebenslauf auf der Webseite hochladen. Vollidioten. Sehe ich so aus als würde ich nach einem ganz normalen Job suchen? Na ja, was soll man machen.
Jedenfalls ging es nun weiter entlang der D 1089. Doch irgendwie schien mich mein Glück verlassen zu haben. Absolut niemand hielt an. So legte ich dann die nächsten bestimmt zehn Kilometer zu Fuß zurück, bis ich hinter mir eine Hupe vernahm. Ich drehte mich um ubd sah einen Lieferwagen. Der Fahrer fragte wo ich hinwolle und ließ mich dann einsteigen. Zwar ollte er nicht ganz bis nach Perigueux, doch immerhin konnte er mich die nächsten zehn km. mitnehmen.
Dort legte ich dann erstmal eine kleine Pause ein und genoss einen Eistee und eine Zigarette, und warf einen Blick auf die Karte. Der nächste Ort war Brive la Gaillarde und bis dahin waren es noch ungefähr 5 km. Ich hielt wieder den Daumen raus, die Nummer mit den Pappschild en habe ich nahezu vollkommen eingestellt, und versuchte wieder mein Glück. Leider wieder ohne Erfolg, und so ging es bis dorthin wieder zu Fuß weiter. Fort angekommen, füllte ich zunächst meinen Proviant wieder auf und ließ dann wieder einmal Google maps eine Route aus dem Ort herausfinden.
Keine halbe Stunde darauf, sprach mich eine schon etwas ältere Dame an und fragte was ich tue und woher ich komme. Ich erzählte ihr meine Geschichte und nachdem wir uns kurz ein wenig unterhalten hatten, bot sie mir an bei ihr zu übernachten. Sie hatte früher auch für ein paar Jahre in Deutschland gelebt, als eine Art Verbindungsoffizierin der französischen Armee. Doch mittlerweile war sie schon in Rente. Bevor wir zu ihr gingen kauft sie noch etwas Brot ein und kurz um die Ecke vom Supermarkt war dann auch schon ihre Wohnung.
Schön während wir noch unterwegs waren, redete sie beinahe ununterbrochen. Doch das störte mich nicht. So konnte ich zumindest ein wenig über sie erfahren. Und das war ja schließlich auch ein Zweck meiner Reise.
Bei ihr zuhause angekommen, Nächte sie mir dann schnell einen Kaffee in der Microwelle warm und dann erzählte sie mir noch von ihren beiden Söhnen, welche sie schon länger nicht mehr gesehen hatte. Wir redeten eine ganze Weile, und dann zeigte sie mir wo die Dusche war, und nebenbei kümmerte sie sich schon einmal um das Abendessen. Es gab Pizza und dazu wieder einmal Bier. Nun ja, nicht das schlechteste Abendbrot. Noch dazu wieder einmal frisch geduscht. Das einzige was jetzt noch fehlt, wäre mal die Möglichkeit meine Wäsche mal ordentlich waschen zu können. Die Frau hieß übrigens Marie und nach dem Essen unterhielten wir uns noch eine ganze Weile. Als ich meinen Blog erwähnte wollte sie das ich ihn ihr zeige und so setzten wir uns vor ihren Computer und ich gab die Adresse ein. Es dauerte eine ganze Weile, dich schließlich war die Seite dann doch geladen.
Nachdem sie sich dann den gestrigen Beitrag durchgelesen hatte, fragte sie mich nach Fotos und ich zeigte ihr was bisher vorhanden war. Danach, mittlerweile war es schon gut Mitternacht, rauchte ich noch eine Zigarette, machte noch eine Folge meiner Serie auf Amazon Prime auf meinem Handy an, und so gegen halb zwei war ich dann auch tot müde und schlief ein.

Ist doch wieder einmal wirklich schön zu sehen, was für nette und vertrauensvolle Leute es noch gibt.

In diesem Sinne:

Ich wünsche euch allen eine ebenso gute Nacht, wie ich sie sicher habe und sende die besten Grüße aus Brive la Gaillarde,
Euer europa-blogger

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Hallo Andre, wo bist du, ich schaue jeden Tag und sehe nichts .Melde dich mal.Gruss Klsrs

    1. Hallo Sepp,
      Sorry das ich mich so lange nicht gemeldet habe. Zuerst einmal die guten Nachrichten. Mir geht es gut und ich hoffe euch allen auch. Ich bin gerade in Frankreich auf einem Hof und habe hier Arbeit gefunden. Wieder wirklich nette Leute. Leider ist der Internetempfsng hier nicht besonders gut, ich hoffe das klappt jetzt. So wie die hier sagen, brauchen sie jm. Bis Weihnachten. So lange bin ich dann wohl erstmal hier.

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